Robert Gaertner, Palliativteam Hochtaunus

Todkranken ist es wichtig, wie sie den Planeten hinterlassen – nicht der einzige Grund warum das Palliativteam Hochtaunus elektromobil unterwegs ist.

Sanfte Hügel, dichte Wälder, Felder und Streuobstwiesen – nördlich von Frankfurt am Main bezaubert der Hochtaunus. Heute begleiten wir Franziska Hauer und Dr. Robert Gaertner. Mit gepacktem Rucksack sind die beiden unterwegs zu einer Sterbenden.

„So wie es Hebammen am Anfang des Lebens gibt, gibt es auch Hebammen am Ende.“

Das Palliativteam Hochtaunus betreut schwerstkranke Menschen zu Hause. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht das Leben in seiner Ganzheit und mit ihm das Sterben als Teil.  Das Team lindert Schmerzen, nimmt Übelkeit, Atemnot und Angst. Selbstbestimmt zu entscheiden und im Kreise der Familie in vertrauten Räumlichkeiten auch am Ende des Lebens zu bleiben, ist nach Umfragen der Wunsch von über 90% aller Deutschen. Möglich machen dies Pfleger und Ärzte wie Franziska Hauer und Dr. Robert Gaertner, die 24 Stunden am Tag an 365 Tagen im Jahr bei Wind und Wetter im Einsatz sind.

„1/3 unserer Zeit verbringen wir im Auto“

Zu Hause pflegen bedeutet auch viel Fahrtzeit und der Hochtaunus erstreckt sich über hügelige 480km2. Dr. Robert Gaertner hat den gesamten Fuhrpark auf Elektromobilität umgestellt, auch weil seine Patienten dies wichtig finden. Das Palliativteam verfügt mittlerweile über drei Wasserstoff-, acht batteriebetriebene Pkw und zwei E-Fahrräder. Weitere E-Fahrzeuge sind bestellt. „Ich glaube an den Elektromotor,“ sagt Dr. Gaertner und dass er Autobegeisterter sei. Deshalb meint er auch, dass der Fuhrpark nicht nur die Patienten begeistert, sondern auch eine mitarbeiterbindende Maßnahme ist. Und tatsächlich, Franziska Hauer zumindest, fährt begeistert NEXO.

Infokasten Auszug Deutscher Hospitz- und PalliativVerband e.V.:

„Das lateinische Wort Pallium bedeutet Mantel. In diesem symbolischen Sinne will die Palliativmedizin Patientinnen und Patienten umhüllen und vor Schmerzen und unerträglichem Leid schützen. Ursprünglich für Tumorpatienten entwickelt, behandelt die Palliativmedizin alle die Menschen, die an einer voranschreitenden, weit fortgeschrittenen und an einer, die Lebenserwartung begrenzenden, Erkrankung leiden.“

Laut Deutschem Hospiz- und PalliativVerband e.V. und Deutschem Kinderhospitzverein gibt es in Deutschland rund 1.500 ambulante Hospizdienste, ca. 230 stationäre Hospize für Erwachsene, 17 stationäre Hospize für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, ca. 330 Palliativstationen in Krankenhäusern und 326 Teams für die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV).

Insgesamt engagieren sich mehr als 120.000 Menschen ehrenamtlich, bürgerschaftlich und hauptamtlich für schwerstkranke und sterbende Menschen.

Mehr unter www.dhpv.de

Weitere Artikel