10.05.2022

Cellcentric baut BZ-Fabrik in Weilheim: Was Daimler Truck und Volvo als Nächstes planen

von electrive.net

Nach einem positiven Bürgerentscheid im baden-württembergischen Weilheim an der Teck will Cellcentric, das Gemeinschaftsunternehmen von Daimler Truck und Volvo, jetzt Taten sprechen lassen. Mit dem Ja zur Ausweisung eines Gewerbegebiets ist die Voraussetzung für die angekündigte Gigafactory für Brennstoffzellen in der Kleinstadt mit rund 10.000 Einwohnern geschaffen.

Die Gewerbefläche soll im Gebiet Rosenloh entstehen. Bevor Cellcentric 2023 mit dem Bau der Fabrik starten kann, stehen als nächstes der formale Genehmigungsprozess sowie der vollständige Erwerb aller Grundstücke durch die Stadt Weilheim an, wie Matthias Jurytko, CEO von Cellcentric gegenüber electrive.net erläutert. „Sobald die bauleitplanerischen Aktivitäten für den Flächennutzungs- und Bebauungsplan abgeschlossen sind, wird Cellcentric die Genehmigungsunterlagen einreichen“, führt er weiter aus. Im Anschluss werde man sich „mit Freude an die Umsetzung des nachhaltigen Klimawerks machen“.

In Weilheim will das Unternehmen wie berichtet serienreife Brennstoffzellensysteme entwickeln, produzieren und vermarkten. Der Fokus liegt auf dem Einsatz in schweren Lkw, zusätzlich sollen die Systeme auch für andere Anwendungen – etwa stationäre Energiesysteme – angeboten werden. „Der Standort wird die wesentlichen Produktionsschritte für komplette Brennstoffzellensysteme umfassen“, sagt COO Lars Johansson und führt weiter aus: „Wir planen, alle von Cellcentric verantworteten Schritte in der Wertschöpfungskette – von der Herstellung von Grundkomponenten bis zur Montage des eigentlichen Produkts – an unserem neuen Standort zusammenzuführen.“

Die ersten vorbereitenden Maßnahmen sollen bereits im ersten Quartal 2023 umgesetzt werden, der Bau dann im weiteren Verlauf des Jahres beginnen. Bis 2025 soll das Klimawerk fertiggestellt sein und Cellcentric einziehen, so Johansson weiter.

Das Produktionsgebäude selbst soll über 2025 hinaus weiter ausgebaut werden. Cellcentric hat sich einen sukzessiven Ausbau in zwei Schritten vorgenommen: Bis 2030 soll das Gebäude etwa 30.000 Quadratmeter umfassen, der Vollausbau später dann circa 60.000 Quadratmeter. Zudem wird ein Entwicklungsgebäude eine Fläche von etwa 8.000 Quadratmeter einnehmen. Für ein Gebäude, das die Verwaltung beherbergen wird, plant Cellcentric mit 10.000 Quadratmeter Fläche.

„Für Test- und Erprobungszwecke benötigen wir am Standort auch Wasserstoff zum Betrieb der Brennstoffzellensysteme“, erläutert Johansson weiter, „den planen wir vor Ort als grünen Wasserstoff – also vollständig aus erneuerbaren Energien“. Cellcentric will den grünen Wasserstoff von einem externen Unternehmen produzieren lassen. „Die Planung sieht vor, dass der Anbieter, der in einem Ausschreibungsverfahren ermittelt wird, die entsprechende Infrastruktur aufbaut und Cellcentric den Wasserstoff sowie überschüssige Wärme bezieht“, sagt der COO. Dafür hat das Unternehmen schon Vorarbeit geleistet: In Zusammenarbeit mit Regionalentwicklung und der Stadt Weilheim sei eine Machbarkeitsstudie durchgeführt worden.

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