Langenhagen, 14. September 2026 | Pünktlich zur IAA Transportation, die vom 15. bis 20. September in der niedersächsischen Landeshauptstadt stattfindet, geht die neue Wasserstofftankstelle von H2 MOBILITY am Flughafen Hannover-Langenhagen in den Probebetrieb. Nutzfahrzeuge und Pkw können ab sofort an der Station tanken. Ein Langenhagener Logistikunternehmen unterzieht den klimafreundlichen Kraftstoff direkt einem Praxistest.
Gemeinsam mit Logistikunternehmen, die Wasserstoff bereits in ihrem Fuhrpark nutzen, wurde die Station am Autohof Hannover Airport heute offiziell in den Probebetrieb überführt. Das in Langenhagen ansässige Unternehmen Schreck + Batz Logistik nahm einen Wasserstoff-Lkw zu Testzwecken entgegen.
Mirko Heuer, Bürgermeister der Stadt Langenhagen: „Mit dem Multi-Fuel Autohof ist in diesem Jahr ein Mobilitätsstandort entstanden, der sehr gut zu Langenhagen passt – technologieoffen, verkehrsgünstig gelegen und mit unterschiedlichen Lösungen für eine klimafreundlichere Mobilität. Die neue Wasserstofftankstelle ergänzt dieses Angebot um einen weiteren wichtigen Baustein. Gerade an einem Standort wie Langenhagen, der durch Flughafen, Autobahnen und ein entsprechend hohes Verkehrsaufkommen geprägt ist, müssen wir daran arbeiten, Mobilität und Güterverkehr möglichst emissionsarm zu gestalten. Besonders freut mich deshalb, dass mit Schreck + Batz Logistik ein Langenhagener Unternehmen die Technologie unmittelbar im täglichen Betrieb erprobt. So zeigt sich ganz praktisch, welchen Beitrag neue Antriebe zur Transformation der Mobilität leisten können.“
Logistikregion Hannover baut Infrastruktur für Wasserstoff aus
Die neue Wasserstofftankstelle befindet sich in unmittelbarer Nähe des Flughafens Hannover-Langenhagen sowie der Autobahnen A2 und A7. Damit liegt sie an einem der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte Norddeutschlands, am europäischen TEN-T-Korridor Nordsee-Ostsee und bietet sowohl regionalen Flotten als auch dem überregionalen Güterverkehr Zugang zu öffentlicher Betankungsinfrastruktur.
Jessica Porada, Abteilungsleiterin Wirtschaftsförderung und Liegenschaften der Stadt Langenhagen: „Eine leistungsfähige und zugleich zukunftsfähige Infrastruktur ist ein wichtiger Standortfaktor für unsere Unternehmen. Mit der Wasserstofftankstelle entsteht in Langenhagen eine weitere Möglichkeit, alternative Antriebstechnologien unter realen Bedingungen einzusetzen. Das erleichtert ansässigen Unternehmen den Einstieg in neue Technologien und schafft Raum für praktische Erfahrungen. Für uns als Wirtschaftsförderung ist genau diese Verbindung wichtig, d. h. gute Rahmenbedingungen für die Unternehmen vor Ort zu schaffen und gleichzeitig die Transformation hin zu einer nachhaltigeren Wirtschaft zu unterstützen.“
Versorgung mit RFNBO-konformem Wasserstoff
Die Station ist mit zwei Zapfsäulen für die Versorgung von Lkw, Bussen und Pkw ausgelegt und wird mit grünem Wasserstoff versorgt, der die EU-Kriterien für RFNBO-Kraftstoffe erfüllt, d. h. der für die Wasserelektrolyse notwendige Strom stammt ausschließlich aus erneuerbaren Energien. Der RFNBO-Wasserstoff („Renewable Fuels of Non-Biological Origin“) hilft, Treibhausgasemissionen zu reduzieren und erwirtschaftet im THG-Quotenhandel Erlöse, die der Schlüssel für die Wettbewerbsfähigkeit von grünem Wasserstoff im Verkehrssektor sind. Eine Vollbetankung erfolgt je nach Fahrzeugtyp bei 350, 500 oder 700 bar und dauert rund fünf bis zehn Minuten.
Die Station erfüllt die Anforderungen der europäischen AFIR-Verordnung für den auf EU-Ebene vorgeschriebenen Aufbau von Betankungsinfrastruktur für alternative Kraftstoffe. In der Logistik ist Wasserstoff für Anwendungen mit hohen Reichweiten und kurzen Standzeiten sowie für Depot-Standorte mit begrenzten Netzkapazitäten ein wichtiger Kraftstoff für emissionsarme Mobilität.
Martin Jüngel, Geschäftsführer und CFO, H2 MOBILITY: „Die IAA Transportation zeigt in diesen Tagen, dass die Bedeutung von Wasserstoff für die Dekarbonisierung des straßengebundenen Güterverkehrs in den vergangenen zwei Jahren stark zugenommen hat. Der gesamte Markt von Fahrzeugherstellern bis Energieproduzenten arbeitet intensiv am Hochlauf der E-Mobilität mit Wasserstoff. Wir sehen das vor allem an den neuen Modellen und den vielen Neuheiten, die auf der Messe präsentiert werden. Mit der neuen Tankstelle am Flughafen Hannover-Langenhagen schaffen wir die Voraussetzung dafür, dass Unternehmen wasserstoffbasierte Fahrzeuge, ob mit Verbrennungsmotor oder Brennstoffzellenantrieb, in der Region und darüber hinaus im Tagesgeschäft einsetzen können.“
Die Wasserstofftankstelle wird im Rahmen der Förderrichtlinie Maßnahmen der Marktaktivierung im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie Phase 2 (NIP2) mit bis zu 5.831.000 Euro durch das Bundesministerium für Verkehr (BMV) gefördert. Fördermittel dieser Maßnahme werden auch im Rahmen des Deutschen Aufbau- und Resilienzplans (DARP) über die europäischen Aufbau- und Resilienzfazilitäten (ARF) im Programm NextGenerationEU bereitgestellt. Die Förderrichtlinie wird von der NOW GmbH koordiniert und durch den Projektträger Jülich (PtJ) umgesetzt.
Johannes Daum, Sprecher und Bereichsleiter Mobilitätstechnologien, NOW GmbH: „Die neue Wasserstofftankstelle am Flughafen Hannover-Langenhagen zeigt, wie die Förderung des Bundes konkrete Anwendungen ermöglicht. Dort, wo Infrastruktur aufgebaut und von Unternehmen unmittelbar genutzt wird, entsteht wertvolle Praxiserfahrung für den Markthochlauf. Solche Standorte werden zu Kristallisationspunkten funktionierender Wasserstoff-Wertschöpfungsketten und leisten zugleich einen wichtigen Beitrag zur Erfüllung der europäischen AFIR-Anforderungen.“
Mobilitätsstandort Flughafen Hannover-Langenhagen
Die Wasserstofftankstelle ist Teil des Multi-Fuel Autohofs der Mundt-Unternehmensgruppe, an dem unterschiedliche klimafreundliche Energieträger verfügbar sind. Bernd Schrader, Betriebsleiter, Autohof Hannover Airport: „Unser Ziel ist es, unseren Kunden ein möglichst breites und zukunftsorientiertes Angebot bereitzustellen. Die Wasserstofftankstelle ergänzt unser Konzept eines technologieoffenen Mobilitätsstandorts und stärkt Hannover-Langenhagen als attraktiven Anlaufpunkt für Logistik, Gewerbe und Fernverkehr.“
Schreck + Batz Logistik startet Vergleichstest zum Diesel-Lkw
Das Langenhagener Unternehmen Schreck + Batz Logistik sieht im Wasserstoffantrieb eine Möglichkeit, die Dekarbonisierung seiner Flotte voranzutreiben, ohne eigene Ladeinfrastruktur aufzubauen. Die Firma betreibt Transport- und Logistikdienstleistungen für verschiedene Branchen, u. a. die Chemie- und Milchpulverwirtschaft in der Region Hannover. Sie testet ab sofort im Realbetrieb den Brennstoffzellen-Lkw Hyundai XCIENT Fuel Cell und nahm hierfür am Montagvormittag an der Wasserstofftankstelle ein Test-Fahrzeug von H2 MOBILITY entgegen, welches in Kooperation mit dem emissionsfreien Nutzfahrzeugvermieter hylane bereitgestellt wird. Die Praxistauglichkeit des Fahrzeugs wird in den kommenden Wochen auf Routen, die das Unternehmen bisher mit Diesel-Lkw fährt, rund um Hannover getestet. Geplant ist der Einsatz in der Filialbelieferung einer Handelskette.
Peter Röskes, geschäftsführender Gesellschafter, Schreck + Batz Logistik: „Wir haben schon Batterie- und LNG-Trucks getestet. Wasserstoff zählt für uns zu den vielversprechenden Antriebsoptionen im Schwerlastverkehr. Mit dem Fahrzeug möchten wir Praxiserfahrung sammeln, Fahrer für diesen Antrieb begeistern und prüfen, wie sich die Nutzung in unseren Transportabläufen bewährt.“
Wasserstofffahrzeuge für unterschiedliche Anwendungen
Im Rahmen eines Pressetermins am Montagvormittag kamen Akteure entlang der Wasserstoff-Wertschöpfungskette an der neuen Tankstelle zusammen, vor allem Speditionen, die bereits mit Wasserstoff fahren. Darunter H2 Green Power & Logistics, WTK Stratmann sowie Gettrans. Die Firmen zeigten die wasserstoffbasierten Lkw-Modelle Hyundai XCIENT Fuel Cell und MAN hTGX, die sie bereits im täglichen Betrieb, z. B. auf Routen zwischen NRW, Hannover und Magdeburg im Einsatz haben. Ergänzt wurde das Spektrum der ausgestellten Nutzfahrzeuge durch den Brennstoffzellenbus Wrightbus Kite Hydroliner FCEV, der die Einsatzmöglichkeiten von Wasserstoff im öffentlichen Personennahverkehr verdeutlichte.
Mit dem BMW iX5 Hydrogen der Pilotflotte und dem neuen Hyundai NEXO waren auch zwei Brennstoffzellen-Pkw vertreten. Die Hersteller setzen auf Wasserstoff als Ergänzung batterieelektrischer Antriebe. Unterstützung erhält dieser Ansatz vor allem durch den Ausbau der Wasserstoff-Betankungsinfrastruktur für den Schwerlastverkehr, an deren Tankstellen auch Pkw tanken können. Insgesamt verdeutlichten die ausgestellten Fahrzeuge einen Teil der bereits verfügbaren Bandbreite von Wasserstoff-Anwendungen im Verkehr.
Über H2 MOBILITY
H2 MOBILITY macht Wasserstoff im Verkehr alltagstauglich. Als Europas größter Betreiber von Wasserstofftankstellen entwickelt, baut und betreibt H2 MOBILITY Wasserstoff-Betankungslösungen für alle Fahrzeugklassen. Mit den Geschäftsbereichen RETAIL, SERVICES und FLEET bietet das Unternehmen integrierte Lösungen entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette. Dazu zählen der Betrieb von Wasserstofftankstellen, technische und operative Dienstleistungen für Wasserstoff- und andere Gasinstallationen, EPC-Projekte sowie digitale Services für den klimafreundlichen Flottenbetrieb. Bis 2028 stellt H2 MOBILITY die Versorgung an allen eigenen Stationen vollständig auf grünen, gemäß EU-Vorgaben als RFNBO zertifizierten Wasserstoff um.
Kontakt:
Daniela Dietz, presse@h2-mobility.de
Bildnachweis: H2 MOBILITY